Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen und wird von Patienten mit schnellem, unregelmäßigem Herzschlag beschrieben. Häufig berichten Patienten auch von, Unruhe leichterer Erschöpfbarkeit, Kraftlosigkeit, Luftnot, Schwindelgefühlen oder Flattern vor den Augen und damit verbundenem Angstgefühl. Das Risiko an Vorhofflimmern zu erkranken steigt mit dem Alter der Patienten an. Bei den über 60-Jährigen sind 2–5% betroffen, bei den über 75-Jährigen aber bereits ca. 15%. Auf die Lebenszeit bezogen besteht ein Risiko von 25% Vorhofflimmern zu bekommen.

 

Vorhofflimmern ist eine schnelle, völlig chaotische elektrische Entladung überall in den Vorhöfen des Herzens, die von den Einmündungen der Lungenvenen (Pulmonalvenen) ihren Ausgang nimmt. Dieses führt zu völlig unregelmäßigen Vorhofkontraktionen (350-600/min), wodurch das Blut von den Vorhöfen nicht mehr ausreichend in die Herzkammern gepumpt werden kann. Die Herzfunktion kann sich so bis zu 25% verschlechtern.

Gleichzeitig führt Vorhofflimmern im Vorhof zu Bildung von Gerinnseln, die mit dem Blutstrom fortgespült werden können und dadurch einen Schlaganfall verursachen können. Das stellt beim Vorhofflimmern die gefürchtetste und bedrohlichste Komplikation dar. Daher sollte jeder Vorhofflimmer-Patient mit einem erhöhten Risiko auf eine Blutverdünnung eingestellt werden.

 

Das Vorhofflimmern wird auf dem Weg von den Vorhöfen zu den Herzkammern durch den AV-Knoten gebremst und anschließend unregelmäßig auf die Herzkammern übergeleitet und verursacht so den unkoordinierten Herzschlag. In der Regel schlägt das Herz dann bis zu 160/min, kann aber auch bis zu 200/min schlagen (tachykardes Vorhofflimmern). Es kann aber auch zu einer sehr verlangsamten Überleitung auf die Herzkammern kommen, dann schlägt das Herz langsamer als 50/min.

 

Um die akuten Beschwerden zu behandeln und den Spätfolgen vorzubeugen, sollte ein immer wieder auftretendes oder länger bestehendes, Beschwerden verursachendes Vorhofflimmern behandelt werden.

Selten kommt es durch Vorhofflimmern zu akuter Herz-Kreislauf-Schwäche. In solchen Fällen sollte zur Akuttherapie ein kurzer „Elektroschock“ (Kardioversion ) in kurzer Narkose durchgeführt werden.

 

Bei vielen Patienten mit einem stabilen Herz-Kreislauf-System kann durch einen kurzen „Elektroschock“ (Kardioversion) in Kurz-Narkose in Kombination mit blutverdünnenden und ggf. auch antiarrhythmischen Medikamenten der normale Herzrhythmus kurzfristig wieder hergestellt werden. Eine Kardioversion verhindert aber nicht ein erneutes Auftreten des Vorhofflimmerns und stellt damit keine echte Behandlung dar. Eine Behandlung mit speziellen antiarrhythmischen Medikamenten kann die Anfallshäufigkeit des Vorhofflimmerns verringern. Bei etwa zehn Prozent der Patienten, die wegen Vorhofflimmern mit Medikamenten behandelt werden, konvertiert das Vorhofflimmern in Vorhofflattern. Im Sinne einer „Hybridtherapie“ wird häufig eine Ablation des Vorhofflatterns durchgeführt und die antiarrhythmische Therapie fortgesetzt. Viele dieser Patienten bekommen im Verlauf mittelfristig aber neuerlich Vorhofflimmern.

 

Neben den oben genannten konservativen Behandlungsmethoden bieten wir durch modernste Praxisausstattung auch elektrophysiologische Therapien an. Vorhofflimmern lässt sich z. B. mittels einer Verödung bzw. Isolation der Ursprungsorte der abnormen elektrischen Entladungen, in diesem Fall der Einmündung der Lungenvenen (Pulmonalvenenisolation), in vielen Fällen mittlerweile vollständig heilen.

Der jeweils individuelle Therapieansatz hängt jedoch in erster Linie von den jeweiligen Beschwerden und Begleiterkrankungen des Patienten ab.

Meistens führen wir als primär eine Pulmonalvenenisolation mittels eines Kryo-Ballons durch (Informationsmaterial).

Kardiologische Gemeinschaftspraxis Brilon

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